Gardinen für den Kindergarten mit Kinderfüßchen

von Kleckerliese » 01.02.2005, 22:55 • Zugriffe 2393 • Kommentare 0


Die Kindergartengruppe meiner Tochter bekam neue Möbel, deshalb auch einen neuen Fußbodenbelag und neue Farbe an den Wänden. Nur die Fenster mussten nackt bleiben, weil keiner einen Einfall hatte. Das wäre nicht so schlimm gewesen, aber Gardinenstangen hingen eben schon, und deshalb sah das Zimmer irgendwie unfertig aus. Also habe ich versprochen, mich um die Fensterdeko zu kümmern. Irgendwer kam auf die Idee, die Füßchen der Kinder auf den Gardinen zu verewigen. Hätte ich vorher gewusst, worauf ich mich einlasse, hätte ich mich bestimmt nicht bereiterklärt. Aber nach 3 Tagen geopfertem Urlaub, vielen Tipps von Bummi und mehreren abgebrochenen Nadeln sind die 4 Fenster nun fertig.
Material ...
  • Leinenstoff, ca. 11.5m
  • Stoff für die Füße, ca. 1m
  • Vliesofix (so viel wie Stoff für die Füße)
  • Stoffmalstifte
  • Polyestergarn
Vom Leinenstoff habe ich 11,5 m gebraucht und will erst mal beschreiben, wie ich da hin gekommen bin.
Da die Fenster nicht abgedunkelt werden sollen, musste ich nur Schals und eine kurze Mittelgardine nähen. Für die Schals habe ich den Stoff in der gewünschten Länge abgeschnitten und dann längs geteilt, so dass jede Bahn 80 cm breit war. Meine Mittelgardinen sind 2,20 lang und 40 cm breit, auch dieses Maß hatte sich einfach so ergeben.

Für die Schlaufen habe ich den Stoff etwa 10 cm breit quer abgeschnitten und dieses Maß dann immer wieder angelegt. Die so entstandenen Stoffstreifen habe ich dann geviertelt. Für meine 4 Fenster brauchte ich 68 Schlaufen, das sind 1,70 m bei einer Stoffbreite von 1,60 m.

Nun der Stoff für die Füße:
Wir haben uns für einen einzigen Stoff entschieden, man hätte sicher auch verschiedene Reste nehmen können. So wirkt es ruhiger. Ein knapper Meter hat für die 30 Füße gereicht.
Bild
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Zuschnitt:
Wie ich zu den Vorhängen gekommen bin, habe ich oben schon beschrieben. Ich dachte mir, das würde passen, schließlich hat nicht jeder 4 gleiche Fenster anzuziehen. Die Kindergartenfenster sind 1,70 x 1,65 groß, die Stange hängt ungefähr 40 cm darüber. Ich habe die Schals 1,70 lang gemacht, dazu 20 cm für die Schlaufen – damit hängt die Gardine hoch genug, dass die Kinder darunter hindurch sehen können. Das Mittelstück habe ich oben bereits beschrieben.

Die Füße wurden aufgezeichnet und genau ausgeschnitten. Ich habe sie dann auf dem Vliesofix festgesteckt und ebenfalls genau ausgeschnitten. Bei 30 Füßen mussten auch noch die Namen auf der rechten Seite zu lesen sein. Ich habe einfach Namensschilder aus Papier mit einem Stich befestigt. Für das Kinderzimmer ist das sicher nicht nötig...
Nähen:
Die Teile für die Vorhänge wurden umsäumt. Dann habe ich mich mit den vielen Schlaufen beschäftigt. Ich habe sie – wie auf dem Foto zu sehen ist – halbiert, die Kanten nach innen umgeschlagen und mit fünf Nadeln festgesteckt. Anschließend wurden die 3 offenen Seiten gesteppt – für zu Hause würde ich auch die 4. Seite steppen.
Für jedes Fenster brauchte ich 17 solche Schlaufen – 4 für jeden Schal und 9 für die Mittelgardine. Die Abstände bei dem Mittelteil lassen sich bei 9 Schlaufen leicht ermitteln, indem man immer wieder die Mitte zwischen 2 Schlaufen festlegt.
Ist dies geschafft, dreimal tief durchatmen – nun kommt der angenehmere Teil. Die Füße wurden zunächst trocken 2-3 Sekunden auf das Vliesofix aufgebügelt, dann die Schutzschicht abgezogen und Fuß mit Vliesofix auf den Vorhang gebügelt. Laut Gebrauchsanweisung soll man das mit einem feuchten Tuch tun, hab ich aber nicht, weil die Erzieherin die Füße mit Filzstift aufgemalt hatte und das bei den ersten Füßen ganz heftig durchschlug. Die Farbe wird sich aber beim Waschen völlig verflüchtigen.

Nun wurden die Füße mit ganz winzig kleinem Zickzackstich umsteppt. Das ist ziemlich piepslig, weil man immer wieder die ganzen Vorhänge hin und her dreht, aber sinnvoll, weil sonst der nicht umsäuberte Stoff beim Waschen ausfranst.
Bild
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Fertigstellen:
Nun fehlten noch die Namen der Kinder. Ich habe sie am Computer geschrieben, dann den Stoff über den Bildschirm gehängt und die Umrisse nachgemalt. Beim Ausmalen empfiehlt sich eine Zeitung als Unterlage, sonst bekommt der Tisch bunte Punkte. Außerdem musste ich die Namensschilder entfernen und natürlich alle Nähte und den ganzen Stoff gründlich bügeln. Fertig und in abgewanderter Form bestimmt auch im Kinderzimmer brauchbar.

Sollten noch Fragen oder Unklarheiten bestehen, dann meldet euch einfach im Nähvirus

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